Chorgestühl der Karmeliterkirche, Boppard

 

Das spätgotische Chorgestühl ist außerordentlich reich ausgestattet und gehört zu den bedeutendsten im Rheinland. Die Entstehungszeit fällt wohl in den Zeitraum von 1460 – 1470. 

Das in massivem Eichenholz ausgeführte Chorgestühl besteht aus zwei Elementen (Nord- und Südwand des Chorraumes) mit jeweils zwei neunsitzigen Reihen und Baldachin. Die ersten Reihen nehmen in Höhe des vierten Sitzes von Westen jeweils den Durchgang auf. Die zweiten Reihen sind auf einem Steinsockel erhöht. Die Dorsale ist mit krabbenbesetztem Blendmaßwerk verziert. Den oberen Abschluss bildet ein tonnenförmiger Baldachin mit aufgesetzter Galerie. Die seitlichen Hochwangen sind mit vollplastischen Evangelistendarstellungen ausgestaltet und laufen nach oben in einem filigranen Maßwerk mit voll ausgestalteten Fialen aus. Die vorderen Außen- und Durchgangswangen weisen halbplastische Reliefs auf. Die Sitzwangen sind mit vollplastischen Blattwerkvoluten, Masken, Mönchsdarstellungen und Fabelwesen als Armstützen verziert. Genau diese Darstellungen finden sich in Reliefform auch an den Miserikordien.

 

Durchführung: 2012 -2013

Auftraggeber: Katholische Kirchengemeinde St. Severus, Kirchenbauverein, Boppard

Restaurierungsdetails: